Guten Abend,
Speedy hat geschrieben:Oh, da möchte ich aber auch noch mal widersprechen.

gerne, denn das fördert die Diskussion... ;)
Speedy hat geschrieben:.
Ich bin bei der Berufsfeuerwehr Hamburg tätig
Interessant.
Speedy hat geschrieben:Praktisch auch.(...)
wir löschen auch Fettbrände mit AFFF-Schaum.
Mit welchem Produkt? Ich habe auch schon mit AFFF Fettexplosionen "gebaut", genau wie mit anderen SM...
Speedy hat geschrieben:AFFF-Schaum bildet auch eine Verseifungsschicht aus. Das liegt am Fluor-anteil. Dieser ist nur nicht so stark oder dick ausgeprägt wie bei einem F-Löschmittel. Diese Schicht wird benötigt, um über die Fläche der brennenden Flüssigkeit zu gelangen. Diese Schicht ist aber zumindest bei AFFF alkoholbeständig!!!!!!!!
Noch ein Grund mehr AFFF-Schaum zu nehmen, weil ja nicht nur Fettfriteusen in der Küche brennen.
Das Wasser oder wässrige Lösungen in unpolare Flüssigkeiten aus eigener Kraft absinken kann, ist mir neu und physikalisch nur mit einem Emulgator möglich.
Bei allem möglicherweise gebotenen Respekt, aber das ist doch Unfug - und das ist leicht in der einschlägigen Literatur nachzuprüfen.
Schaummittel bestehen in erster Linie aus Tensiden oder Eiweßverbindungen, die zur Verschäumung führen.
Der "Flouranteil" (Fluortenside) haben bei AFFF und FFFP die besondere Eigenschaft, zwischen Brandflüssigkeit und Schaum eine Wasserschicht auszubilden, die das Gleiten des Schaumteppiches verbessert und auch an sich schon eine Löschwirkung erreichen kann (Dampfsuppression). Mit einer Verseifung hat das nichts zu tun - was auch gut ist, da die üblichen brennbaren Flüssigkeiten im Gegensatz zu Speisefetten nicht verseifbar sind (
http://de.wikipedia.org/wiki/Verseifung).
AFFF-Schaummittel führt an sich auch noch lange nicht zu alkoholbeständigem Schaum - das setzt alkoholbeständige AFFF ("AFFF-AR") voraus, die ihre Beständigkeit meist durch Ausbildung eines Gelfilmes auf der polaren Flüssigkeit erreichen.
Zum Erkenntnisgewinn in Sachen Absinken (spätestens bei dieser Äußerung mache ich mir doch langsam Gedanken um die Ausbildung bei der BF HH) empfehle ich, in der heimischen Küche ein Glas zu einem Finger breit mit Speiseöl zu füllen und dann die gleiche Menge Wasser hinzuzugeben (vgl.: Wasser = Dichte 1). Wer hier zuerst den Beweis antritt, dass Wasser die Physik überlistet und unter Normalbedingungen auf dem Öl verbleibt, anstelle abzusinken, dem winkt neben einem Kasten alkoholfreier Erfrischungsgetränke meiner Wahl auch sicher so etwas wie ein Nobelpreis...
Bevor ich noch einen Link zu Wikipedia poste - Emulgatoren ermöglichen ein Vermischen von polaren und unpolaren Flüssigkeiten. Absinken ergibt sich auch ohne jeden Emulgator schon aus der Dichte der Flüssigkeiten...
Weil es gerade so schön zum Thema passt - ein Link zum Thema "Fettbrand" in ein anderes Fachforum, dort speziell die verlinkte Bilderserie, wo sehr gut zu sehen ist, wie die Löschdecke sich verhält:
http://www.feuerwehr-forum.de/s.php?n=572476