Ich habe jetzt mal saemtliche Antworten komplett durchgelesen und gib jetzt mal Kommentare zu einigen der genannten Punkte ab:
Loeschwirkung von CO2: Da kommt es schonmal drauf an, ob es als Mittel verwendet wird, den Sauerstoffgehalt der Luft herunterzusetzen, wie das bei den stationaeren Anlagen ueblich ist. Oder ob das CO2 kuehlend genutzt wird, wie dies bei Handloeschern Hauptzweck ist. Diesbezueglich werde ich in naechster Zeit mal paar Berechnungen durchfuehren, was da so ein CO2-Loescher zu leisten im Stande ist, aufgrund Pruefungsstress bitte ich aber noch um ein paar Tage Geduld.
Demenstprechend stimme ich denjenigen zu, die CO2 nicht als einziges Loeschmittel vorsehen, insbesondere, wenn es um Feststoffbraende geht.
Schaedliche Wirkung von CO2: Bei stationaeren CO2-Anlagen durchaus gegeben, schliesslich soll ja die Sauerstoffkonzentration gesenkt werden. Das ist aber auch die einzige toxische Wirkung von CO2! Im Gegensatz zu CO ist es naemlich NICHT toxisch, die Wirkungen sind auf den Sauerstoffmangel zurueckzufuehren! Als Quelle soll mal
das Sicherheitsdatenblatt von Air Liquide dienen.
Zur sauerstoffverdraengenden Wirkung von Handloeschern koennte ich jetzt ja ebenfalls mal anfangen zu rechnen, ich lasse es aber mal damit bewenden, dass mir von verschiedenen Professoren (Brandschutz, Verbrennungstechnik,...) in der Richtung gesagt wurde, dass diese nur bei wirklich kleinen Raeumen zum Tragen kommt.
Zur Gefahr durch elektrischen Strom in Verbindung mit Wasserloeschern: Zum einen sollte es doch wohl logisch sein, dass ich bei einem Elektrobrand als erstes die Stromzufuhr unterbreche. Spezielle Anlagen ausgenommen (an die man wohl sowieso nicht mehr mit Handloeschern rangehen wuerde) reicht das auch absolut, um eine Gefaehrdung der Person bei einem gewissen Mindestabstand durch den Strom auszuschliessen. Als kleiner Hinweis dazu: Lesen Sie doch einfach einmal die Hinweise auf normalen Wasserloeschern: 1m Abstand halten und nur bis 1000 Volt - denjenigen, der ueber 1kV in seinem Rechnerkabinett nutzt, moechte ich erst mal sehen!
Zu den Vorteilen der Pulverloescher kommt meines Erachtens ein nicht ganz unbeachtlicher Nachteil: Man muss wissen, wie man diese richtig anwendet! Um die volle Loeschwirkung zu entwickeln, muss sich naemlich als erstes eine Pulverwolke bilden, welche den Brandherd einhuellt, und ich bezweifle, dass dies immer der Fall ist, wenn man frontal auf die Brandquelle zielt. Dies mag in Rechnergehaeusen noch belanglos sein. Aber wenn dann eine Kabelzuleitung brennt, sehe ich die Gefahr, dass die Wolke jenseits des Brandes steht und nicht wirklich wirkt. Wasser und Schaum duerften da schon deutlich einfacher zu nutzen sein.
Ob jetzt das Pulver der Loescher Schaden anrichtet, aus der Diskussion halte ich mich jetzt mal raus. Aber ich weiss, dass ich lieber eine eng umgrenzte Lache Schaum oder Fluessigkeit aufwischen wuerde, als dass ich einen ganzen Raum saugen muss. Als Experimentiervorschlag: Ein Glas Wasser auf den Boden schuetten oder eine Handvoll Mehl auf den Boden werfen...
Zum Schluss habe ich allerdings noch an meinen Vorredner eine kurze Frage: Was verstehen Sie unter "thermodynamischer Inhibition"? Bisher war mir nur bekannt, dass es verschiedene Mittel gibt, die chemische Inhibitoren sind. Eine thermodynamische Inhibition ist mir allerdings auch waehrend mehrerer Semester Vorlesungen zur Thermodynamik nicht untergekommen, und ich kann mir nicht ganz vorstellen, was das sein soll...
PS: Meiner Ansicht nach sollte man insbesondere in stark zerkluefteten Raeumlichkeiten wie Serverraeumen aufgrund der Reinigung nach Nutzung auf Pulverloescher verzichten. Ob man ueberhaupt mit CO2 anfaengt als Handloescher - naja... Ideal waeren nach meiner Ansicht nach Schaumloescher, weil diese dann doch noch einen guten Kompromiss aus Loeschleistung und Handhabbarkeit darstellen duerften und auch etwas mehr Schutz gegen Rueckzuendung gewaehren duerften als reines, schnell ablaufendes Wasser.