Elektrische Betriebsmittel

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Enzo
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Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon Enzo » So 29.03.2020 22:30

Hallo,

mein Arbeitgeber möchte neue elektrische Betriebsmittel anschaffen.
Unter anderem Führerlose-Transport-Systeme (selbstfahrende Transportfahrzeuge in Produktionshallen) mit Lithium-Ionen-Batterien.
Jetzt kam die Frage auf, ob diese aus Brandschutzsicht ausreichend sicher sind.
Meines Erachtens ist der Hersteller verantwortlich, die Brandgefahr auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.

Meine Fragen:
Welche Nachweise hinsichtlich des Brandschutzes muss der Hersteller liefern?
Welche Rechtsgrundlagen sind anzuwenden?

Gruß
Enzo

B Hujer
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon B Hujer » Mo 30.03.2020 14:53

Allgemein würde ich die VDS 3103 heranziehen.

Jedoch kann hier auch vieles durch eine Gefährdungsbeurteilung behandelt werden.
Bei meinem letzten Arbeitgeber wurden sollten die FFZ von PbA- auf LI-Akkus umgerüstet werden.

Mittels kleiner Modifikationen, welche vom Batterielieferanten begeistert aufgenommen wurden, und einer allgemeinen Gefährdungsbeurteilung war auch die Versicherung einverstanden.

Enzo
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon Enzo » Di 05.05.2020 22:20

Hallo,

danke für die Info.
Ich habe überwiegend mit Themen des baulichen Brandschutzes zu tun.
Mit Brandschutz an Maschinen und Anlagen kenne ich mich nicht sehr gut aus.

Mal allgemein in die Runde gefragt:
Wie prüft ihr neue Maschinen und Betriebsmitteln hinsichtlich des Brandschutzes?
Welche Nachweise fordert ihr vom Hersteller?

Gruß
Enzo

clammer
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon clammer » Do 07.05.2020 8:07

Zur Ausgangsfrage:
Neben den technischen Regeln und der Konformität fällt mir nur noch die VDS 2259, "Batterieladeanlagen für Elektrofahrzeuge, Richtlinien zur Schadenverhütung", ein.

Gruß
C. Lammer

Nachtrag.
VdS 3103 : 2019-06 Lithium-Batterien
Publikation der deutschen Versicherer (GDV e. V.) zur Schadenverhütung
Zuletzt geändert von clammer am Fr 08.05.2020 11:52, insgesamt 1-mal geändert.

Firebird2k
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon Firebird2k » Do 07.05.2020 13:49

Wir haben bei der Firma Minimax einer Brandschutzberater bestellt(haben die letzten 7 Jahre gute Erfahrungen mit der Truppe gemacht), dieser hat uns den Feuerlöscher "WS 6 nGac" empfohlen für Akkubrände.
Hab den Link mal rausgesucht:
Hab damals hierüber https://www.minimax-mobile.com/dienstleistungen-produkte/produkte/feuerloescher/feuerloescher-kaufen/
einfach nach einem Angebot (bei uns leider verpflichtend) für den Löscher gefragt und 2 Tage später war das Lager mit 4 Geräten an den Ladestationen ausgerüstet. Die größte Brandgefährdung besteht anscheinend beim Ladevorgang, musste zu den fast gleichen Thema auch etwas recherschieren. Das einzige Problem war eben wenn der Ladevorgang Nachts durchgeführt wird, daher zusätzlich noch funkvernetzte Melder an jeder Ledestation - kann natürlich eigenständig sein oder mit BMZ aufgeschaltet werden je nach Bedarf und Betrieb -da wir Schichten im Lagerbereich fahren sind auch Nachts aufmersame Personen vor Ort die dann den Enstehungsbrand ggf. schnell ablöschen können. Rauchverbot ist sowieso gegeben und Belüftung wurde mit Hinweisschild ausgestattet das diese nicht verdeckt wird.

Hoffe damit etwas geholfen zu haben

Gruß

Firebird

THE
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon THE » Do 07.05.2020 14:19

Firebird2k hat geschrieben:mit 4 Geräten an den Ladestationen ausgerüstet.


Wenn ich mir das hinterlegte Datenblatt anschaue, dann steht da, dass der genannte Schaumlöscher WS 6 nGac nur bis 50V Wechselspannung eingesetzt werden darf. Da wird es dann natürlich an handelsüblichen Ladestationen für 220/240V sehr eng ...

Und handelsübliche Feuerlöscher mit der Freigabe bis 1000V daneben zu hängen und darauf zu hoffen, dass in der Stresssituation "Brand" die Beschäftigten richtig reagieren und entweder den 1000V-Löscher für die Ladestation und den 50V-Löscher für den Akku einsetzen, ist schon kritisch.

B Hujer
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon B Hujer » Do 07.05.2020 14:47

Und handelsübliche Feuerlöscher mit der Freigabe bis 1000V daneben zu hängen und darauf zu hoffen, dass in der Stresssituation "Brand" die Beschäftigten richtig reagieren und entweder den 1000V-Löscher für die Ladestation und den 50V-Löscher für den Akku einsetzen, ist schon kritisch.


Mit entsprechend individualisierten Hinweisschildern könnte man dem entgegenwirken.
Es gibt immerhin Anbieter, die das anbieten. Trotzdem ist es eine spannende Situation, die du dort hast. Mich würde später mal interessieren, wie ihr es gelöst habt.

Firebird2k
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Re: Elektrische Betriebsmittel

Beitragvon Firebird2k » Do 07.05.2020 16:02

evtl noch hier den Hinweis warum ein extra Akku Löscher: bei herkömmlichen Löschern ist das Risiko einer Wiederentflammbarkeit der Akku-Zellen größer bzw. das ablöschen das Problem, die Reihenweise abgebrannten Akkus der EFahrzeuge haben ja genau das Problem, sodass manche Feuerwehren lieber ausbrennen lassen. im Grunde müsste man den ganzen Akku ein paar TAGE unter Wasser setzen um die Zellen restlos ohne Speziallösungen wie den nGac zu löschen, daher auch der Zukauf der nGac Löscher. Mal fiktiv: wir würden einen Akku mit den üblichen FL löschen und dann den -vermeintlich- gelöschten Akku zur Entsorgung in die Ecke stellen, kann dieser Wiederentflammen - dieses Risiko sollte tunlichst minimiert werden. Ich verstehe den Einwand mit der Stresssituation, aber gute Schulung und regelmäßige Löschübungen sollten den Punkt minimieren. Dafür hält man diese ja ab-damit der Mitarbeiter richtig reagiert.

- Schön das mal über das E-Thema geschrieben wurde :-)

Gruß

Firebird